Aus 3,12 Mio. € wurden 3,68 Mio. €: +564.000 € mehr (+18,1 %).
Kategorie
Rettungsdienst
Status
abgeschlossen
Gruppe
gleicher Umfang
Erste Zahl
3.116.000 € (Beschluss)
Letzter Stand
3.680.000 € (Kostenfeststellung)
Mehrkosten
+18,1 % · +564.000 €
Terminverzug
7 Monate
Einordnung der Vergleichbarkeit: Basis Projektblatt, letzter Stand Kostenfeststellung RPA (enthält Provisorium 165.000 €, Basis enthält Einrichtung 75.000 €).
Gegenstand
Neubau (statt Erweiterung am Altstandort), Kölner Straße 124
Bauherr / Rolle des Kreises
Rhein-Sieg-Kreis als Bauherr (Gebäudewirtschaft 22.2, externes Architekturbüro)
Erster Beschluss bzw. Basis
3.116.000 € (Beschluss, KT 19.12.2016 TOP 18.2, V 2564/16, B.-Nr. 274/16)
Letzter Stand
3.680.000 € (Kostenfeststellung, RPA-Jahresprüfungsbericht 2019, Stand 02.05.2020)
Veränderung
+564.000 € / 18,1 %
davon Baupreisindex / über Index
Index 457.323 € / über Index 106.677 € (19 % der Steigerung)
Fertigstellung geplant → Ist/aktuell
2018 → 2019-02-01 (ist); Verzug 7 Monate
Status
abgeschlossen; Übergabe 01.02.2019, Inbetriebnahme März 2019
Achtung Vergleichbarkeit: Die Kostenfeststellung enthält das Provisorium am Altstandort (165.000 €), das Projektblatt 2016 dagegen die Einrichtung (75.000 €) und kein Provisorium; die Stände sind nicht vollständig deckungsgleich.
Kostenentwicklung Rettungswache Swisttal
Chronologie
Datum
Gremium/Vorlage
Inhalt
Betrag
Fundstelle
17.09.2015
FA TOP 4, Controllingbericht Q2/2015
Kämmerin: Ansätze HH 2015/16 „fußten auf Grobkostenschätzungen“; Mehraufwendungen 700.000 €
700.000 €
Niederschrift FA, S. 7–8
29.08.2016
Kostenberechnung LP 3
KG 200–700 2.770.000 € brutto
2.770.000 €
RPA-JPB 2019, S. 51–52
08.09.2016
BauV, M 0906/16
„neue Bemessungszahlen“ erfordern Ausbaureserve; Baubeginn 1. HJ 2017, Bauzeit ca. 1 Jahr
Kostenfeststellung KG 200–700 2.915.000 €, Gesamt 3.680.000 €; keine Vertragsstrafe, Schadenersatz nicht geltend gemacht
3.680.000 €
RPA-JPB 2019, S. 52–57
Befunde
Punkt
Bewertung
Befund
Fundstelle
P1 Bedarf
H
(B) Bedarf aus RDBP 2012 und Anpassung 2014: zusätzlicher Flächenbedarf, Erweiterung am Altstandort ungeeignet. (B) 2016 machten “neue Bemessungszahlen” die Ausbaureserve schon während des Genehmigungsverfahrens nötig; Planung umgestellt und weiteres Grundstück gekauft. (S) Bedarfsermittlung bei Planungsbeginn nicht belastbar.
RPA JPB 2019 AT ; BauV 08.09.2016 M 0906/16
P2 Flächen
H
(B) BGF 857 m², Fahrzeughalle rd. 240 m² für vier RTW, Waschhalle 65 m², Schulungsraum. (V) Controlling 2015/16: Kostensteigerungen wegen “vom Fachbereich formulierten Anforderungen an Fläche und Standard”. Kein m²-Raumprogramm in den Unterlagen.
Gebäudesteckbriefe M 1887/25 ; Controllingbericht Q4/2015
P3 Gesamtplanung
–
(B) Teil des Neubauprogramms nach RDBP 2012; erste der vier Wachen.
ARK 09.03.2017 M 0952/17
P4 Variantenvergleich
M
(B) Die Abwägung Neubau gegen Ertüchtigung (2014) beruhte auf Grobkostenschätzungen; die Kämmerin räumte am 17.09.2015 ein, die Ansätze „fußten auf Grobkostenschätzungen“, inzwischen Mehrkosten (Risiko −700.000 €). Ein Ausschussmitglied rügte eine „fehlerhafte Datengrundlage“ für die Abwägung. (V) Umbau im ARK aus fachlichen Gründen verworfen.
FA 17.09.2015 TOP 4, Niederschrift; FA 17.09.2015 Controllingbericht Anlage 3
P5 Kostenermittlung
–
(B) Kostenberechnung (LP 3) vom 29.08.2016 lag vor dem Haushaltsbeschluss 2017/18 vor; Kostenfeststellung KG 200-700 +5 % gegenüber Kostenberechnung, laut RPA “im Rahmen üblicher Abweichungen”. Für den HH 2015/16 nur Grobkostenschätzung (siehe P4).
RPA JPB 2019 AT
P6 Beschlussgestaltung
H
(B) Ein Bau- oder Projektbeschluss über die Gesamtkosten wurde nicht gefunden; die Mittel ergaben sich aus den Haushaltsansätzen.
ARK 09.03.2017 M 0952/17
P7 Informationsqualität
H
(B) Der Gebäudesteckbrief 2025 beschreibt einen Luftwechsel “kontrolliert über eine Lüftungsanlage” (Passivhaus) und im selben Abschnitt “Es sind keine Lüftungsanlagen vorhanden”, Schlafräume mit nachträglich eingebauten Split-Klimageräten.
Gebäudesteckbriefe M 1887/25
P8 Kostenentwicklung
H
(B) 3.116.000 € (Projektblatt 12/2016) -> Kostenfeststellung 3.680.000 € (inkl. Provisorium 165.000 €). (B/RPA) Baukosten KG 200-700 nahezu eingehalten (+5 %); Mehrkosten vor allem Grundstück: Preis je m² mehr als doppelt so hoch wie angenommen, zwei Grundstücke gekauft (rd. 300.000 €). Kosten “im oberen Bereich” üblicher Rettungswachen (Passivhaus, wertige Materialien).
Projektblatt 5.220047 ; RPA JPB 2019 AT
P9 Termine
M
(B/RPA) Soll 20.04.2017-15.05.2018, Ist 12.06.2017-01.02.2019: sieben Monate Verzug, ausgelöst durch unterbesetzte Rohbaustelle; keine Zeitpuffer im Bauzeitenplan; Dach über Winter nur notabgedichtet; längere Vorhaltung des Provisoriums.
RPA JPB 2019 AT
P10 Vergabe/Nachträge
M
(B/RPA, Bemerkung B) Keine Vertragsstrafe für den Rohbau vereinbart; Schadenersatzansprüche (vom RPA auf 16.126 bis 21.652 € beziffert) von 22.2 nicht geltend gemacht, obwohl bei der Abnahme vorbehalten; 22.2 sagte die Geltendmachung erst nach der Prüfung zu.
RPA JPB 2019 AT
P11 Dritte/Eigentum
H
(B) Vom Eigentümer mussten zwei Grundstücke und damit mehr Fläche als benötigt erworben werden; Erschließungskosten teilweise erstattet (-25 T€ 2019).
RPA JPB 2019 AT ; BDO JA 2019
P12 Fördermittel
H
(B) Fördermittel 0 €; laut Haushalt werden Folgekosten (Abschreibung, Zinsen) über die Rettungsdienstgebühren refinanziert. (V) Kämmerin 17.09.2015: Kernhaushalt nicht betroffen, Kosten über Gebührenhaushalt refinanziert. (S) Mehrkosten tragen damit Krankenkassen und seit 2026 über Eigenanteile auch Patienten; eine Refinanzierung ist nur im Einvernehmen mit den Kostenträgern gesichert.
HH 2025/26 Projektblatt 5220044/5220046 ; FA 17.09.2015 TOP 4, Niederschrift
P13 Abschluss/Betrieb
H
(B) Kostenfeststellung liegt vor (RPA, Stand 02.05.2020), Bericht nur an den Rechnungsprüfungsausschuss. (B) Nachträglich Klimasplitgeräte für Schlafräume, Terrassendach 2023 (15.730 €), 2023 außerplanmäßig eigene Telefonanlage (Anbindung an Leitstelle nicht mehr möglich).
RPA JPB 2019 ; Gebäudesteckbriefe ; HH 2025/26 Projekt 5220047
P14 Organisation
H
(B/RPA) Projektsteuerung durch 22.2; bei Personalmangel der Rohbaufirma wurde trotz schriftlicher Aufforderungen keine Abhilfe erreicht; Folgeansprüche erst nach RPA-Hinweis.
RPA JPB 2019 AT
Sicht der Verwaltung (V)
Umbau der alten Wache „aus fachlicher und qualitativer Sicht“ verworfen; genaue Baukosten konnten bei Haushaltsaufstellung nicht vorliegen (Abg. Steiner / Kämmerin, FA 17.09.2015, S. 7–8).
Kosten über den Gebührenhaushalt refinanziert, Kernhaushalt nicht betroffen (ebd.).
22.2 sagte nach der RPA-Prüfung zu, Schadenersatz noch geltend zu machen (RPA-JPB 2019, S. 55).